kunstfilmtag auf facebook
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Sa 10. November 2012
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Eindrücke vom Düsseldorfer Kunstfilmtag 2009 von Frauke Tomczak Der Kunstfilmtag war ein großer Erfolg. Über den Tag verteilt nahmen an die 400 Besucher mit lebhaftem Interesse an dem wahrlichen Mammutprogramm von insgesamt 11 Filmsektionen teil. Im Vorführsaal herrschte durchgehend eine Atmosphäre konzentrierter Aufmerksamkeit, die sich weder durch zwischenzeitliches Türenklappen noch durch den einen oder anderen halblauten Kommentar irritieren ließ: eine Intensität, die sich merklich der Qualität des Programms verdankte. Die Sektionen waren übersichtlich, ausgezeichnet zusammen gestellt und gut übertitelt. Jeder Teil hatte überraschende, originelle, ja teils hochkarätige Filmarbeiten zu bieten, die nicht nur themenbezogen waren, sondern für die Bild-Ton-Gestaltung ganz eigene Tore öffneten. Sei es, dass sie wie die Eröffnungsarbeit "Film für übers Sofa“ von Daniel Kötter und Hannes Seidl (Berlin) durch eine extreme Asynchronität des Tones bei gleichzeitiger "stiller“ Verschiebung und Schichtung der Gegenstände im Raum irritierend eben auf die Wahrnehmung des Raum-Zeit-Kontinuums hinwiesen, sei es, dass sie wie die überaus schlichte Arbeit "beieinander“ von Maria Vedder (Berlin) mit in die Horizontale gekippter Kamera vor sich bauschenden luftigen Vorhängen einen Blick in die Intimität eines Schlafzimmers und einen Blick des Begehrens erzeugten, den in diesem sprachlosen Film allein die Musik unterstützte, sei es, dass in einer äußerst komplexen Schichtmontage sowohl unterschiedlicher "Bildbänder“ als auch auf der Tonspur wie in Patrick Bergerons "LoopLoop“ (Montreal) Innen- wie Außenwahrnehmungen von Zugfahrten gekoppelt wurden und so geradezu eine strukturelle Sicht mit dem poetischen Bewegungszauber einzelner Details beim Anhalten der Bahn verbanden. Drei Filme, herausgegriffen aus einer Fülle von über 80 Arbeiten zum Thema "Mit Blick auf den Ton“. Ein nachträgliches Archiv zwecks Ausleihe wäre eine wunderbare Ergänzung. Diesen Wunsch hörte man schon während des Kunstfilmtages von unterschiedlichen Seiten! Denn so konzentriert wie die Atmosphäre im Saal, so lebendig, lebhaft und locker war die Stimmung bei den Gesprächen im Foyer bei exzellenter indischer Verköstigung. Vielfach schnappte man Sätze aus Auseinandersetzungen und Kommentaren zu den Filmen auf. Inmitten des Stimmen- und Menschengewirrs konnte man immer wieder Besucher beobachten, die sich konzentriert den Film-Loops im Treppenhaus widmeten und seltsamerweise herrschte im angrenzenden Appendix, ebenfalls mit jeweils zwei Loops bestückt, trotz offener Tür eine beinah kontemplative Ruhe. Auf interessierte Resonanz stießen auch die beiden Sektionen mit studentischen Arbeiten zum Thema (IMM, Robert Schumann Musikhochschule, Klasse Heike Sperling und FH für Design, Klasse Anja Vormann). Die Mischung: aufmerksame Wahrnehmung einerseits, angeregter Austausch andererseits gekoppelt mit der Gelassenheit, im rechten Moment der Kommunikation den Vorzug zu geben ohne das Gefühl etwas zu verpassen. Ein Kunststück der Balance, das den gesamten Kunstfilmtag 2009 kennzeichnete, vielleicht gerade deshalb, weil er kein Festival mit Preisen ist. Die Ankündigung der erfrischenden Eröffnungsrede von Doris Krystof, Kuratorin am K 21, ein intensives und vielgestaltiges Programm würde die Zuschauer in Bann schlagen, hat sich am 19.12. im Düsseldorfer Malkasten aufs schönste erfüllt.
Eindrücke 2009