kunstfilmtag
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Sa 10. November 2012
Prolog Kunstfilmtag UN..SCHÄRFEN DES DOKUMENTARISCHEN
Filme / Vortrag im Kino Black Box in Kooperation mit der Filmwerkstatt Düssseldorf und ein Vortrag in der
wg/3zi/k/bar im Malkasten Düsseldorf
Mo 11.10.10 18h CHRONIK EINES SOMMERS Jean Rouch, Edgar Morin 1960 85 Min. OmU
In Chronique dun été betreiben der Soziologe Edgar Morin und der Filmemacher und Ethnologe Jean
Rouch eine Feldforschung im eigenen Lande Paris, 1960: Sind Sie glücklich?“. Mit dieser Frage, gerichtet
an Pariserinnen und Pariser, denen das Filmteam zufällig auf der Straße begegnet, beginnt eine
Untersuchung der Lebensweisen und Einstellungen, die im zeitgenössischen Frankreich existieren. Am
Ende des Films schätzen die Interviewten ihre Auftritte vor der Kamera nach einer Filmvorführung
gegenseitig ein, und die beiden Filmemacher denken über die Möglichkeiten und Grenzen des Cinéma
vérité nach.
Mo 11.10.10 20h GRENZEN ZWISCHEN FAKT UND FIKTION Vortrag von Dr. Frauke Tomczak
Überlegungen zum Dokumentarischen im Film Cest n`est pas une image juste, c`est juste une image.“
(Dies ist kein richtiges Bild, es ist einfach nur ein Bild.) Das Wortspiel Jean Luc Godards bündelt die
Radikalität seines Filmbegriffs. Die unhintergehbare Feststellung, dass Filmbilder gemachte“, gefertigte
Bilder sind, ist nach wie vor richtungweisend besonders für die Diskussion des Dokumentarischen.
Do 14.10.10 21h ÜBER LETTER TO JANE /Annäherungen an 2-3 Fotos
Vortrag in der wg/3zi/k/bar, Malkasten Düsseldorf. Jacobihaus. Angeregt durch den Film “Letter to Jane”, in
dem Jean-Luc Godard 1972 gemeinsam mit Jean-Pierre Gorin ein Foto von Jane Fonda in Hanoi befragt,
befasst sich die Künstlerin und Projektautorin des Kunstfilmtages, Susanne Fasbender, mit dem
dokumentarischen Inhalt einiger weiterer Fotos.
Mo 25.10.10 18h NOVEMBER Hito Steyerl, 2004, 25 min
In den achtziger Jahren drehte Hito Steyerl auf Super-8-Material einen feministischen Martial-Arts-Film. Ihre
beste Freundin Andrea Wolf spielte darin die Hauptrolle einer kämpferischen Frau in Lederkluft und mit
Motorrad. Das Engagement, das damals in der Formensprache des Exploitationskinos zum Ausdruck kam,
wurde bei Andrea Wolf später ganz zur politischen Praxis: Sie ging als Kämpferin auf Seiten der PKK in die
kurdischen Gebiete zwischen der Türkei und Nordirak, wo sie 1998 getötet wurde. In kurdischen Kreisen
wird sie als
unsterbliche Revolutionärin“ verehrt, ihr Bild wird auf Demonstrationen mitgetragen. sixpackfilm
LOVELY ANDREA Hito Steyerl, 2007, 30 min
Lovely Andrea erzählt von der Suche nach einer Fotografie, die 1987 in Tokio
aufgenommen wurde. Diese zeigt die Künstlerin halbnackt und mit Hanfseilen gefesselt - ein Bondage-Bild
im sogenannten Nowa-shibari-Stil, für den das Fesseln und Hängen von Frauen charakteristisch ist. "But in
a wider context, there is bondage all over the place", heißt es an einer Stelle des Videos, das Bilder
japanischer Bondage-
Girls, des amerikanischen Superhelden Spiderman und gefesselter Häftlinge im US-Militärstützpunkt
Guantánamo Bay aneinander montiert.
Hito Steyerl ist Filmemacherin, Videokünstlerin und Autorin. Ihre Filme wurden mit internationalen Preisen
ausgezeichnet. Doktorin der Philosophie, Gastprofessorin für Experimentelle Mediengestaltung an der
Universität der Künste, Berlin, zahlreiche Lektorate an Kunst- und Filmhochschulen in Wien, München,
Hannover, etc.. sixpackfilm
Mo 25.10.10 20h NICE BOMBS Usama Alshaibi, 2006, 76 min
BEST DOCUMENTARY CHICAGO UNDERGROUND FILM FESTIVAL 2006 Der Künstler und Filmemacher
Usama Alshaibi wurde 1969 in Bagdad geboren. Er ist der Gründer des "Notorious Z Film Festival" in
Chicago und hält als Gastkünstler Vorträge an Schulen und Universitäten. Anfang 2004 kehrte Usama in
den Irak zurück, um dort den Dokumentarfilm 'Nice Bombs zu drehen. Der Film fängt die widersprüchlichen
Reaktionen auf die Bedingungen des Lebens in Bagdad ein und verschafft einem breiten Spektrum von
Meinungen und Stimmen Gehör. Sein Cousin Tareef betritt den Raum nach dem Hören einer Explosion. Its
a bomb, a nice bomb“, erklärt er. Der Satz ist bezeichnend für den Umgang mit der brisanten politischen
Situation. Wie ein kleiner Junge es ausdrückt: “Were Iraqis. Its normal.” Mit subversivem Humor erkundet
der irakische Amerikaner/amerikanische Iraker sein zerrissenes Land.
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